Demenz - Was ist das?

Der Begriff Demenz stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt »weg vom Geist«. Es ist jedoch ein grundsätzlicher Fehler anzunehmen, dass Menschen mit Demenz ohne Geist seien und deshalb nichts mehr merken. Vielmehr handelt es sich um eine Hirnleistungsstörung, die darauf beruht, dass Nervenverbindungen unterbrochen und Nervenzellen zerstört wurden. Der Gefühlsbereich ist meistens nicht von der Zerstörung betroffen und bleibt auch bei fortgeschrittener Demenz lange erhalten. Demenzkranke scheinen in vielen Fällen sogar besonders sensibel zu sein; das mag daran liegen, dass sich ihre Wahrnehmung besonders auf den gefühlsmäßigen Bereich konzentriert. Auf dieser Ebene sind Menschen mit Demenz deshalb auch besonders ansprechbar.  
Bei geistiger Aktivität arbeiten die Nervenzellen im Gehirn in neuronalen Netzen zusammen. Gewohnheiten, Lebenserfahrung usw. prägen dieses Zusammenspiel auf ganz individuelle Weise. Man lernt, entwickelt Fähigkeiten und typische Verhaltensmuster, indem verschiedene Nervenzellenverbände dazu angeregt werden, miteinander zu arbeiten. Bei Demenzerkrankungen gehen an verschiedenen Stellen Nervenverbindungen im Gehirn verloren. Wenn dadurch früher einmal vorhandene Fähigkeiten nachlassen, wird das nicht nur als ein Funktionsverlust erlebt, sondern auch als Verlust von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Jemand, der sich so verhält, dass es nicht in einem logischen Zusammenhang mit der Lebenserfahrung steht, wird leicht als verrückt beurteilt - mit weitreichenden sozialen Folgen. 

Gehirn und Geist bleiben jedoch lebenslang eine plastische, immer wieder neu "formbare Masse". Nur ein Bruchteil der Gehirnzellen wird wirklich benutzt. Funktionen von zerstörten Gehirnarealen können durch andere Bereiche übernommen werden - sofern sie dazu angeregt werden. So sind Menschen trotz demenzieller Erkrankungen oft lange Zeit in der Lage, die entstandenen Lücken zu ersetzen oder zu überbrücken. 

Eine andauernde angemessene Anregung der verbliebenen geistigen Fähigkeiten und die ständige Stabilisierung der Ich-Identität sind daher bei Demenzerkrankungen die wichtigsten therapeutischen Maßnahmen.  

Das gilt insbesondere auch deshalb, weil die medikamentösen Möglichkeiten derzeit nur sehr begrenzt sind.  


Demenz ist der Überbegriff für eine Reihe von Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, die sich aus den Hirnleistungsdefiziten ergeben. Aufgrund der verschiedenen Ursachen für die Störungen im Zusammenspiel der neuronalen Netze unterscheidet man im Wesentlichen zwischen:

  • Alzheimer Erkrankung, bei der es zur Ablagerung von Eiweißbruchstücken in den neuronalen Bahnen kommt, was zum Absterben der Nervenzellen im Gehirn führt.
  • Vaskulärer (gefäßbedingter) Demenz, bei der das Absterben der Nervenzellen aufgrund von Durchblutungsstörungen erfolgt.
  • Mischformen aus Alzheimer und vaskulärer Demenz, bei denen sowohl Durchblutungsstörungen als auch Ablagerungen vorliegen. Dies ist besonders häufig der Fall.
  • Selteneren Demenzformen, wie der Frontotemporalen Demenz oder Pick-Erkrankung, sowie der Lewy-Körperchen-Demenz, die zu besonders ausgeprägten Krankheitsbildern führen.
  • Sekundären Demenzen, die andere Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, einen Mangel an Schilddrüsenhormonen, Vitamin B12-Mangel usw.) als Ursache haben. Hierbei kann die Behandlung der Krankheitsursachen zum Verschwinden der demenziellen Symptomatik führen.
  • Beim Auftreten bestimmter Symptome wird der erste Weg zum Hausarzt führen. Eine differenzierte Diagnose sollte von einem Facharzt durchgeführt werden.
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