Demenz - eine Alterskrankheit

Das Risiko an einer Demenz zu erkranken ist vor allem altersabhängig. Für bestimmte Altersgruppen konnten auf wissenschaftlicher Basis bestimmte Prävalenzraten ermittelt werden. So liegt z.B. der Anteil an Demenzerkrankten in der Altersgruppe von 65-69 Jahren bei 1,6%, in der Altersgruppe von 85-90 Jahren aber bereits bei 26,4%. Aus der Altersstruktur einer Stadt oder eines Gebietes lässt sich demnach in ungefähr die Anzahl der dort lebenden Menschen mit Demenz ermitteln.

Es ist zu berücksichtigen, dass es beim Erkrankungsrisiko auch geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Im statistischen Mittel stellt sich gegenwärtig bei fast jedem dritten Mann, der das Alter von 65 Jahren erreicht, und bei fast jeder zweiten Frau, im weiteren Altersverlauf eine Demenz ein. Dieser beachtliche Unterschied ist jedoch auch auf die höhere Lebenserwartung von Frauen zurückzuführen.

In Deutschland ging man 2010 von ca. 1,4 Millionen Demenzkranken aus. Die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen wurde nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (unter Berücksichtigung der Sterberate) auf fast 300.000 geschätzt.

Aufgrund der geburtenstarken Nachkriegs-Jahrgänge, die mit der Zeit in das Alter kommen, ist ab ca. 2015 mit einer kontinuierlichen Zunahme von demenziell erkrankten Menschen zu rechnen. Wenn nichts Gravierendes in Forschung und Wissenschaft geschieht - und wenn nicht andere, z.B. Krebs-Erkrankungen dazu führen, dass die Lebenserwartung der Menschen wieder sinkt, ist bis 2050 mit einer Verdoppelung der Zahlen zu rechnen.  

Bundesweite Untersuchungen haben ergeben, dass ca. 60 bis 80 % der Demenzkranken von ihren Angehörigen zu Hause versorgt werden.


In Oldenburg ist nach den maßgebenden europäischen Feldstudien (EuroCoDe) aufgrund der vorhandenen Altersstruktur derzeit (Stand:31.12.2012) mit ca. 2.650 Menschen mit Demenz zu rechnen. 

Schätzungen zur Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen (Inzidenz) werden (unter Berücksichtigung der Sterberate) ebenfalls aus der Altersstruktur eines Gebietes abgeleitet. Im Jahr 2012 könnten demnach ungefähr 670 Bürger dieser Stadt neu an Demenz erkrankt sein. 

Im Stadtgebiet gab es 2012: 
31 ambulante Dienste und Sozialstationen, 
darüber hinaus
22 Heime mit insgesamt 1779 Betten.

Der letzte örtliche Pflegebericht (Stand vom 31.12.2009) gab an, dass 
277 Demenzkranke die Leistungen ambulanter Dienste beanspruchten und 
747 Betroffene in stationären Einrichtungen untergebracht waren. 
Zusammen waren das 1.024 und weniger als die Hälfte der an Demenz erkrankten Menschen, die professionelle Unterstützung hatten. Das ließ gleichzeitig den Rückschluss zu, dass mehr als die Hälfte der Menschen mit Demenz in Oldenburg allein von ihren Angehörigen - ohne fachliche Hilfe - versorgt wurden. 

Neuere Zahlen zur Versorgungssituation liegen leider nicht vor. 


Alzheimer Gesellschaft Oldenburg e. V. · Lindenstraße 12 a · 26123 Oldenburg · Tel.: 0441/926 69 39 · E-Mail: info@alzheimer-oldenburg.de
Alzheimer Oldenburg, Demenz Oldenburg, Pflege Oldenburg, Beratung Oldenburg, Demenzsymptome, Demenztherapie, Altersdemenz, Demenzerkrankung, Symptome, Angehörige, Demenzen, Betroffene, Demenzkranken, Störungen, Ursachen, Krankheit, Alzheimerkrankheit