Umgang mit Demenz

Allgemein:

Wichtigste Voraussetzung im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen ist, dass man sie in ihrer Lage und Befindlichkeit versteht und akzeptiert. Ein paar einfache Ratschläge für das Zusammenleben im privaten Bereich, auf einer Seite, die Sie sich gern auch irgendwo in der Wohnung aufhängen können, um immer daran zu denken, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

In der Fachwelt wurde auf der Basis einer wertschätzenden Grundhaltung eine Methode entwickelt, mit der man Demenzkranken, insbesondere auch in belastenden, schwierigen Situationen, in einer positiven Weise begegnen kann. Unter dem Begriff "Validation" werden zwei Hauptrichtungen vermittelt, mit denen Pflegepersonal und Angehörige trainieren können, Menschen mit Demenz durch einen positiven Umgang in schwierigen Situationen zu helfen.

  • Validation nach Naomi Feil
  • Integrative Validation nach Nicole Richard
Da jeder Mensch anders und jeder Krankheitsverlauf individuell ist, gibt es kein Patentrezept für den Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. In jedem Fall sollte bei der Betreuung das wichtigste Ziel sein, das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Demenzkranken zu erhalten bzw. zu verbessern. Matter und Freter (2005) benennen folgende Punkte, die sich positiv auswirken können:
  • Sicherheit sowie Geborgenheit vermitteln und für Zuwendung sorgen. Dies kann z.B. Unsicherheit und Ängste verhindern bzw. abbauen.
  • Vorhandene Fähigkeiten demenziell erkrankter Menschen erhalten und fördern. Beispielsweise durch das Einbeziehen in Alltagsaktivitäten, die den erkrankten Menschen noch Spaß machen und sie nicht überfordern.
  • Orientierung an der Lebensgeschichte/Biographie; an Interessen, Vorlieben, Gewohnheiten anknüpfen.
Vermieden werden sollte dagegen:
  • Schimpfen, Kritik, Zurechtweisungen oder Vorhaltungen.
  • Leistungsbezogenes Gedächtnistraining, das demenzkranke Menschen mit ihren Defiziten konfrontiert.
  • Reizüberflutung, aber auch Reizarmut, Unruhe, Zeitdruck, Leistungsdruck oder unübersichtliche Situationen.
  • Fragen stellen, die demenzkranke Menschen nicht mehr beantworten können (vgl. Matter/Freter 2005).
Kommunikation: Die Kommunikation muss dem demenziell erkrankten Menschen und dem Krankheitsstadium immer wieder neu angepasst werden. Folgende "Regeln" sollten dabei beachtet werden:
  • Blickkontakt aufnehmen,
  • nicht von hinten ansprechen,
  • begleitende Berührungen,
  • kurze, einfache Sätze verwenden,
  • langsam sprechen,
  • keine Mehrfachaufforderungen in einem Satz,
  • konkrete Aussagen (vgl. Lärm/Schillhuber 2008; Bruder 1999).
Für den Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen und Situationen im Alltag (z.B. ständiges Hinterherlaufen, Autofahren und andere gefährliche Situationen, Vernachlässigung der Köperpflege, Inkontinenz, auffälliges oder peinliches Verhalten, aggressives Verhalten, wenn die Nacht zum Tag wird, Sinnestäuschungen usw.) finden Sie wichtige und hilfreiche Ratschläge in der Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft mit dem Titel "Leben mit Demenzkranken" Praxisreihe Band 5. Zum Thema Weglauftendenzen hatte die Alzheimer Gesellschaft Oldenburg im Februar 2009, anlässlich eines besonders dramatisch verlaufenen Falles in der Stadt, eine Podiumsveranstaltung mit dem Titel "Ver-irren ist menschlich" organisiert. Außerdem wurden durch eine interdisziplinäre Oldenburger Arbeitsgruppe ein Leitfaden zum Umgang mit Weglauftendenzen in der häuslichen Situation und ein Notfallplan erstellt. Auf den Seiten der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. gibt es zudem ein Datenblatt, das sicherstellen soll, dass die Polizei alle wichtigen Informationen über die vermisste Person erhält. Von Teilnehmer/innen einer Gruppe für Früherkrankte in München wurde ein "Betroffenenkärtchen" erarbeitet, welches bei Bedarf anderen Menschen gezeigt werden kann, insbesondere wenn Verständnis oder Unterstützung benötigt wird. Auf dem Kärtchen steht folgender Text: "Ich bin an Demenz erkrankt. Ich bitte Sie dringend um Ihr Verständnis und Ihre Hilfe."
Alzheimer Gesellschaft Oldenburg e. V. · Lindenstraße 12 a · 26123 Oldenburg · Tel.: 0441/926 69 39 · E-Mail: info@alzheimer-oldenburg.de
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