Pflegende Angehörige

Die Versorgung von Demenzkranken wird überwiegend von den Angehörigen geleistet. Vor allem in der Anfangsphase ist in den meisten Fällen keine fachliche Unterstützung dabei, schließlich können die Leistungen der Pflegekasse erst nach der Pflege-Einstufung in Anspruch genommen werden. Diese hängt im Wesentlichen von körperlichen Defiziten ab, die bei Demenzkranken jedoch erst später auftreten. Seit der Pflegereform 2008 können bei einem (vom MDK) anerkannten erhöhten allgemeinen Betreuungsbedarf ggf. auch schon vor der Anerkennung des Pflegebedarfes Betreuungsleistungen abgerechnet werden. 

Bei wohl keiner anderen Krankheit sind die Angehörigen in solchem Maße selbst mit betroffen, wie bei Demenzerkrankungen. Mit dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome verändern sich die Beziehungen zu den Erkrankten; Rollenwechsel werden notwendig. Angehörige müssen lernen, für die erkrankten Menschen zu handeln und sogar zu denken. 
Hierzu siehe auch Dr. Jan Wojnar, der anlässlich der Fotoausstellung "Blaue und Graue Tage" über "den Einfluss einer Erkrankung auf zwischenmenschliche Beziehungen" geschrieben hat.

Wer in einer gemeinsamen Wohnung mit Demenzkranken lebt, gerät zwangsläufig mit in den Sog der Krankheit. Man sieht sich ständigen Hilfe-Appellen ausgesetzt und muss mit den Ängsten und Depressionen, der Lethargie oder auch dem Zorn und den Widerständen der Erkrankten umgehen. Besonders belastend ist das Selbst- und Fremdgefährdungs-potenzial. Menschen mit Demenz können Gefahrenquellen vergessen und gefährliche Situationen verkennen, was zur Folge hat, dass man die Erkrankten kaum aus den Augen lassen kann. 

Aber auch wer als Angehöriger weiter entfernt lebt, ist mit betroffen. Es gibt die Phase der unzähligen telefonischen Hilferufe. Und dann die Zeit, wo man nicht sicher sein kann, dass die oder der Erkrankte überhaupt in der Lage ist, zu telefonieren und sich Hilfe zu holen. So ist man in ständiger Sorge. Die notwendige Unterstützung kann außerdem nur organisieren, wer die Möglichkeiten und Angebote vor Ort kennt.

Informationen zum Thema Demenz für Betroffene und Angehörige in russischer und türkischer Sprache:
Die Internetseite www.demenz-leitlinie.de stellt Informationen zum Thema Demenz für Betroffene/ Angehörige, Pflegekräfte und Ärzte bereit. Der Teil für Angehörige von Menschen mit Demenz wurde jetzt ins Russische und Türkische übersetzt. Die Seite enthält u.a. Informationen zum Krankheitsbild und Verlauf der Demenz, zur Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen sowie zum Umgang mit Demenz. Ferner gibt es Hinweise zu Unterstützungsangeboten sowie finanzielle und (sozial-)rechtliche Ratschläge. 
Alzheimer Gesellschaft Oldenburg e. V. · Lindenstraße 12 a · 26123 Oldenburg · Tel.: 0441/926 69 39 · E-Mail: info@alzheimer-oldenburg.de
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