Krankheitsbild und -verlauf



Krankheitsbild:

Bei einer Demenz kommt es zum Abbau von Nervenzellen im Gehirn. Das hat den Verlust von Fähigkeiten zur Folge. Alle höheren Leistungen des Gehirns können betroffen sein. Erinnerung und logisches Denkvermögen, räumliche und zeitliche Orientierung und auch die Sprache können Probleme bereiten. Komplexe Aufgaben werden zunehmend schwierig, auch im Alltag. Das schränkt die Selbständigkeit ein und macht abhängig von anderen Menschen. Als Folge können Ängste, Depressionen, Wut und Ärger auftreten. Man kann sich auch wie gelähmt fühlen und traut sich nichts mehr zu. Dadurch kommt es oft zu Konflikten. Wenn man offen und ehrlich mit den Problemen umgeht, ist es fast immer leichter. Die Mitmenschen reagieren mit mehr Verständnis und Toleranz, wenn sie wissen, dass es sich nicht um böse Absicht, sondern um eine Krankheit handelt. 

Krankheitsverlauf:

Demenzerkrankungen entwickeln sich meist schleichend. 

Manchmal können die Probleme aber auch plötzlich auftreten, z.B. nach tragischen Ereignissen, wie z.B. dem Tod des Ehepartners. Plötzliche Demenzprobleme können nach Operationen auftreten, diese können nach einer Zeit aber wieder verschwinden. Im einfachsten Fall ist Flüssigkeitsmangel die Ursache für plötzliche Demenzsymptome
 
Bei der Alzheimer Demenz beobachtet man meist eine stetige Verschlechterung. Hierbei kann zwischen 3 bzw. 7 Krankheitsstadien unterschieden werden. Man macht diese an den Leistungsdefiziten fest.

Bei der durchblutungsbedingten Demenz können die Leistungsstörungen stärker schwanken. Es kann dabei zwischenzeitlich immer wieder mal zu guten Zeiten kommem.   

Eher selten ist die frontotemporale Demenz. Dabei sind die Symtome manchmal schwer zu erkennen, weil z.B. das Gedächtnis kaum eingeschränkt ist. Dafür kann manchmal die Sprachfähigkeit stark nachlassen. Es kann bei der Frontotemporalen Demenz auch zu starken Gefühlen und Veränderungen der Persönlichkeit kommen. 

 
Therapiemöglichkeiten:

Bei der Behandlung der Demenz muss man zwischen medikamentöser und nichtmedikamentöser Therapie unterscheiden. Neben dem Einsatz von Medikamenten sind nichtmedikamentöse Therapien unerlässlich.

  • Zu den medikamentösen Therapien gehören bei der Alzheimer Erkrankung die Antidementiva, die das Fortschreiten der Krankheit um 1-3 Jahre verzögern können. Bei der vaskulären Demenz werden durchblutungsfördernde Präparate eingesetzt. Bei den anderen Demenzformen muss je nach der zugrunde liegenden Ursache behandelt werden.
  • Die nichtmedikamentösen Therapien sind bei allen Demenzformen sehr wichtig. Noch vorhandene Ressourcen müssen gefördert und Defizite durch gezielte Unterstützung ausgeglichen werden. So können die Symptome der Krankheit gemildert, der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst und die Lebensqualität verbessert werden. Zu den Therapien gehört u.a. die Millieutherapie; sie sichert Erkrankten ein möglichst normales und vertrautes Lebensumfeld, das an ihre Defizite angepasst ist und sie wie eine Prothese im Alltag unterstützt. Darüber hinaus sind Ergotherapie, Musik- und Kunsttherapie, Validation, Erinnerungspflege, Bewegung und Sport, Basale Stimulation, Tiertherapie usw. wichtig.
  • Um die Auswirkungen der Erkrankung abzumildern und den Verlauf günstig zu beeinflussen ist die soziale Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Demenz besonders wichtig. Aktivierung ist wichtig, aber Überforderung und Stress sollten vermieden werden.
Forschung: Es handelt sich bei demenziellen Erkrankungen um ein komplexes Geschehen, wobei die genauen Vorgänge bei der Zerstörung der Gehirnzellen noch nicht geklärt sind. Ein wesentlicher Bereich der Alzheimer-Forschung befasst sich damit, wie man die vorgefundenen Ablagerungen von Eiweißbruchstücken (Fibrillen und Plaques) verhindern oder auflösen kann. Regional interessant: An der Universität Oldenburg wird daran geforscht, welchen Einfluss die Sauerstoffverhältnisse auf die Nervenzellen haben (auf molekularbiologischer Ebene). Derzeit gibt es noch keine medikamentöse Therapie, die die Zerstörung von Zellen ganz verhindern oder heilen kann. Es sind verschiedene Medikamente in der Forschungsphase.
 
Alzheimer Gesellschaft Oldenburg e. V. · Lindenstraße 12 a · 26123 Oldenburg · Tel.: 0441/926 69 39 · E-Mail: info@alzheimer-oldenburg.de
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