Umgang mit Demenz

Allgemein:

Besonders wichtig beim Umgang mit demenziell erkrankten Menschen sind Einfühlungsvermögen, Verständnis, Toleranz und Geduld. 

Wir haben paar einfache Ratschläge für das Zusammenleben im privaten Bereich für Sie zusammengestellt.

Wichtig sind:

- Zuwendung, Vermitteln von Sicherheit und Geborgenheit. 
- Erhalten und Fördern von noch vorhandenen Fähigkeiten. 
- Pflegen von Erinnerungen an die Lebensgeschichte/Biographie 

Vermieden werden sollte:

- leistungsbezogenes Gedächtnistraining,
- Schimpfen, Kritik, Zurechtweisungen oder Vorhaltungen.
- Reizüberflutung, Reizarmut, Unruhe, Zeitdruck.

In der Fachwelt wurden verschiedene Methoden entwickelt, mit denen man Demenzkranken, insbesondere auch in belastenden, schwierigen Situationen, auf positive Weise begegnen kann. z.B. werden unter dem Begriff "Validation" zwei Hauptrichtungen vermittelt, mit denen Pflegepersonal und Angehörige trainieren können, Menschen mit Demenz in schwierigen Situationen durch einen positiven Umgang zu helfen:
- Validation nach Naomi Feil
- Integrative Validation nach Nicole Richard

Kommunikation:

Die Kommunikation muss dem demenziell erkrankten Menschen und dem Krankheitsstadium immer wieder neu angepasst werden. Folgende "Regeln" sollten dabei beachtet werden:

- Blickkontakt aufnehmen,
- nicht von hinten ansprechen,
- begleitende Berührungen,
- kurze, einfache Sätze verwenden,
- langsam sprechen,
- keine Mehrfachaufforderungen in einem Satz,
- konkrete Aussagen.

Für den Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen und Situationen im Alltag (z.B. ständiges Hinterherlaufen, Autofahren und andere gefährliche Situationen, Vernachlässigung der Köperpflege, Inkontinenz, auffälliges oder peinliches Verhalten, aggressives Verhalten, wenn die Nacht zum Tag wird, Sinnestäuschungen usw.) finden Sie wichtige und hilfreiche Ratschläge in der Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft mit dem Titel "Leben mit Demenzkranken" Praxisreihe Band 5.

Zum Thema Unruhe und Weglauftendenzen wurden durch eine interdisziplinäre Oldenburger Arbeitsgruppe zwei Papiere erarbeitet: 
- ein Leitfaden zum Umgang mit Weglauftendenzen in der häuslichen Situation sowie 
- ein Notfallplan.

Bitte bedenken Sie: Da jeder Mensch anders und jeder Krankheitsverlauf individuell ist, gibt es  für den Umgang mit demenziell erkrankten Menschen  kein Patentrezept. In jedem Fall sollte bei der Betreuung das wichtigste Ziel sein, das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Demenzkranken zu erhalten bzw. zu verbessern. 

 
Alzheimer Gesellschaft Oldenburg e. V. · Lindenstraße 12 a · 26123 Oldenburg · Tel.: 0441/926 69 39 · E-Mail: info@alzheimer-oldenburg.de
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