Pflegeversicherung

Leistungen der Pflegekasse stehen jedem zu, wenn über einen längeren Zeitraum (1/2 Jahr) ein anerkannter Pflegebedarf vorliegt. 

Zuerst muss bei der zuständigen Krankenkasse ein Antrag gestellt werden. Daraufhin beauftragt die Pflegeversicherung, die bei der Krankenkasse angesiedelt ist, einen Gutachter, der nach Hause kommt. Dieser ermittelt den Hilfebedarf mit Hilfe eines festgelegten Schemas. Danach wird der Pflegegrad errechnet. 

Ein Infoblatt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft beschreibt gut verständlich die Neuerungen durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz. Das ist ab dem 1. Januar 2017 gültig.    

Wenn ein Pflegegrad anerkannt wird, beginnt Leistungsanspruch rückwirkend mit dem Tag der Antragstellung. Falls Sie mit der Feststellung des Hilfebedarfes nicht einverstanden sind, können Sie Widerspruch einlegen.  

Wir möchten Angehörigen von demenziell erkrankten Menschen die Übersicht bei den Leistungen erleichtern. Daher haben wir die Leistungen für jede Pflegestufe auch einzeln aufgelistet:
Pflegegrad 1
Pflegegrad 2
Pflegegrad 3
Pflegegrad 4
Pflegegrad 5
in ambulant betreuten Wohngemeinschaften (alle Pflegegrade)

Beratungsstellen zu diesem Thema siehe unter "Beratungsstellen".


Schwerbehinderung
Für Menschen mit Demenz kommen außerdem Leistungen in Betracht, die im Zusammenhang mit der Anerkennung einer Schwerbehinderung stehen; dazu gehört auch die Eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII. Lassen Sie sich beraten. 
Ab einem gewissen Schweregrad wird die Alzheimer Demenz als Schwerbehinderung anerkannt. Erfahrungsgemäß erhalten die meisten Alzheimer-Patienten im mittleren Stadium der Erkrankung einen Grad der Behinderung von 100 Prozent. Die Antragstellung erfolgt beim Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie.

Bei der Alzheimer Erkrankung kommen die folgenden Merkzeichen in Frage:

  • H (Bei hilflosen Menschen, wenn diese in größerem Umfang Unterstützung bei den täglich wiederkehrenden Verrichtungen – z.B. Körperpflege, Ernährung, An- und Auskleiden, Mobilität – benötigen.)
  • B (Außerhalb der Wohnung/des Hauses, z.B. bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, benötigt der erkrankte Mensch eine ständige Begleitung.)
  • RF (Befreiung von der Rundfunkgebühr. Dies trifft für an Alzheimer erkrankte Personen zu, die einen Grad der Behinderung von 80 Prozent haben und wegen der Erkrankung nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen können, z.B. aufgrund von lautem Sprechen oder Bewegungsunruhe.)
  • G (Erhebliche Einschränkung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr. Bei an Alzheimer erkrankten Menschen trifft dies vor allem zu, wenn es zu Störungen des örtlichen Orientierungssinnes kommt und sie sich außerhalb der Wohnung/des Hauses verlaufen würden.)
Landesamt für Soziales, Jugend und Familie - Außenstelle Oldenburg - Moslestraße 1 26122 Oldenburg Tel.: 0441/2229-0
 
Alzheimer Gesellschaft Oldenburg e. V. · Lindenstraße 12 a · 26123 Oldenburg · Tel.: 0441/926 69 39 · E-Mail: info@alzheimer-oldenburg.de
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