Ambulante Pflege und Betreuung

Hilfsangebote im ambulanten Bereich sind für einen langen Verbleib in der eigenen Häuslichkeit wichtig. Sie dienen nicht nur der Versorgung und Therapie der Erkrankten, sondern vor allem auch zur Entlastung von pflegenden Angehörigen. Diese sollten die Hilfen rechtzeitig in Anspruch nehmen, um die häusliche Pflege so lange wie möglich leisten zu können. 

Wir haben eine tabellarische  Übersicht »ambulante Pflegedienste« in Oldenburg erstellt. Sie enthält außer den Kontaktdaten einige Informationen zum Leistungsspektrum der Dienste. Weitere Informationen finden Sie z.B. unter AOK Pflegenavigator. 

Bei der Auswahl eines Pflegedienstes soll Ihnen unsere Checklisteeine Orientierungshilfe geben. Entscheiden Sie selbst, welche der Kriterien Ihnen persönlich wichtig erscheinen. 

Bitte beachten Sie auch die folgenden Menuepunkte: «Entlastung durch Ehrenamtliche», und »Tagespflege«! Diese Angebote sind besonders auf die Versorgung von Menschen mit Demenz im häuslichen Bereich zugeschnitten und werden finanziell besonders gefördert.

Hintergrund:
Das Zuhause ist für Menschen mit Demenz besonders wichtig, da sie sich nur schwer an ein neues Umfeld anpassen können. Das Gefühl, fremd zu sein, gehört zum Krankheitsbild; es wird in einer Umgebung mit Krankenhaus- oder Hotelcharakter verstärkt. Die vertraute Umgebung und der gewohnte Tagesablauf wirken sich hingegen stabilisierend auf den Krankheitsverlauf aus. Daher sollten Menschen mit Demenz so lange wie möglich in ihrem normalen Lebensumfeld verbleiben können. 

In manchen Fällen können leichte Veränderungen in der Wohnung dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz länger in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können; beachten Sie hierzu unsere Hinweise zur Wohnraumanpassung und die Ratschläge von speziellen Beratern.Ehrenamtliche Wohnberater/innen, die nach Hause kommen, vermittelt das Senioren Servicebüro Oldenburg.

Entscheidend ist das soziale Netz, das die Erkrankten umgibt. Da es mehr und mehr Single-Haushalte gibt, wird sich die Gesellschaft darauf einstellen müssen, dass es auch eine zunehmende Anzahl alleinlebender Demenzkranker geben wird. Demenziell erkrankte Menschen, die allein leben; werden ansonsten schon zu einem frühen Zeitpunkt professionelle Hilfe benötigen. Wenn die Erkrankten verwahrlosen, bzw. sich und andere gefährden, wird eine andauernde Betreuung notwendig. Das bedeutet in der Regel eine Veränderung der häuslichen Wohnsituation oder den Umzug in ein Heim. 

Aber auch wenn Demenzkranke von ihren Angehörigen mit Hingabe gepflegt werden, gibt es Grenzen, die von allen Beteiligten akzeptiert werden müssen. Nicht selten werden die pflegenden Angehörigen unter der enormen Belastung durch die Pflege selbst krank. 

Bei den Hilfsangeboten durch die ambulanten Dienste unterscheidet man im wesentlichen:

  • Pflege, die nach einzelnen Verrichtungen (Modulen) abgerechnet wird (z.B. kleine und große Körperwäsche, Darm- und Blasenentleerung, Kämmen, Ankleiden usw., plus Anfahrtspauschale). Diese Leistungen werden bei Demenzerkrankungen meist erst im späteren Stadium in Anspruch genommen.
  • Betreuung (Einzel-, Gruppen- oder Tagesbetreuung), die nach Stunden abgerechnet wird. Hierbei handelt es sich um Leistungen, die schon im frühen Stadium der Demenzerkrankung wichtig sind.
  • Hauswirtschaftliche Leistungen (Einkaufen, Kochen, Reinigung der Wohnung usw.), die ebenfalls nach Stunden abgerechnet werden.
  • Die Kostensätze der ambulanten Pflegedienste sind übrigens nicht frei verhandelbar; sie werden durch die Pflegeversicherung vorgeschrieben. Unterschiede ergeben sich daraus, dass die Pflegeversicherung bestimmte Kriterien, wie z.B. die Fachquote beim Personal, in einem Punktesystem bewertet und den Kostensätzen, die dieser Pflegedienst mit der Pflegeversicherung abrechnen darf, zugrundelegt.
 
Alzheimer Gesellschaft Oldenburg e. V. · Lindenstraße 12 a · 26123 Oldenburg · Tel.: 0441/926 69 39 · E-Mail: info@alzheimer-oldenburg.de
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